Wieso Bio?

Wenn ich meine Ernährung mit zwei Worten beschreiben müsste, dann wären das „zuckerfrei“ und „biologisch“. Während ich in diesem Post erkläre, warum es mir wichtig ist, möglichst frei von raffinierten Zucker zu leben, habe ich hier auf adiversedelight.com noch die über das Thema Bio berichtet. Dabei ist es ein Thema, welches mir wirklich sehr am Herzen liegt, denn nichts macht mich so glücklich, wie frisches, lokales, pestizidfreies und saisonales Obst und Gemüse.

In vielen Supermärkten ist die Obst und Gemüse Abteilung für mich oft sehr enttäuschend. Dort sieht alles gleich aus. Irgendwie fad und leblos. Als dürften nur Tomaten und Gurken mit der perfekten Farbe und Form verkauft werden. Oh … warte so ist es ja wirklich! Die EU und die USA schreibt nämlich gewisse Normen für diese Produkte vor. Gurken (oder anderes) die diese Normen nicht erfüllen werden entsorgt. In den USA geht es sogar so weit, dass Tomaten sogar das richtige Rot haben müssen um verkauft werden zu dürfen. Ist das nicht krank?

Heute ist mir die Wichtigkeit von biologischen Produkten wieder ein mal so richtig bewusst geworden, als ich dieses leckere Gericht gekocht habe. Neben den offensichtlichen Gründen, wie weniger Pestizidbelastung oder mehr Vitalstoffen, ist mir nämlich auch der Geschmack und Freude die diese Produkte versprühen besonders wichtig.

Pestizide
Laut Greenpeace sind 80% des konventionell erzeugten Obst und 55% Gemüse mit Pestiziden belastet. In dieser an 22.000 deutschen und importierten Produkte durchgeführten Studie wurde außerdem noch entdeckt, dass sie 351 verschiedene Wirkstoffe, wie zum Beispiel Boscalid und Cypordinil, enthalten. Jedoch schneiden Produkte aus EU-Ländern etwas besser mit der Pestizidbelastung ab.
Pestizide sind unter anderem dafür verantwortlich, dass die Artenvielfalt in Europa mittlerweile um 50% gesunken ist. Sie können Allergien, Krebs und Unfruchtbarkeit auslösen.

Bio Produkte schneiden dabei am besten ab, da es bei ihnen strenge Vorgaben gibt bzw. Verwenden viele Ökobauern Nützlinge, welche Unkräuter bekämpfen. Laut Greenpeace sind Bio-Produkte nahezu Pestizidfrei, wenn welche gefunden werden, dann nur in geringen Dosen. Diese Spuren können aber auch durch die Luft oder Abschwemmungen von anderen Nachbarfeldern kommen.

Natürlich sind Bio-Produkte nicht gerade billig, vor allem hier in Österreich, welches nach Dänemark die höchsten Lebensmittelpreise Europas hat. Wer sich aber trotzdem so gut wie es geht vor Pestiziden schützen möchte,aber nicht alles Bio kaufen kann, für den gibt’s die „schmutzigen Dutzend“. Zu den „The dirty dozen“, wie man sie im englischen Sprachraum nennt, gehört das am meisten mit Pestiziden verschmutzen Gemüse und Obst.

  • Paprika
  • Trauben
  • Grünkohl
  • Weinblätter
  • Kirschen
  • Birnen
  • Kopfsalat
  • Gurken
  • Erdbeeren
  • Äpfel
  • Spinat

 

 

Nährstoffgehalt
Der Nährstoffgehalt unserer heutigen Erzeugnisse hat drastisch abgenommen. Das liegt an der starken landwirtschaftlichen Nutzung unserer Böden, den diese sind schon so ausgelaugt, dass darin wenige Nährstoffe vorhanden sind. Normalerweise wächst in der Natur alles mögliche Unkraut zwischen Beeren Stauden oder Getreide. Im heutigen Ackerbau sind Pflänzchen wie Giersch aber nicht erwünscht und werden mit Hilfe von diversen Pestiziden sozusagen verjagt. Dabei ist dieses Superfood wegen seiner vielen Vitamine und Mineralstoffe nicht nur gut für uns sondern auch für unsere Böden. Es hat schon einen Grund warum in der Natur alles quer durcheinander wächst. It’s all about the balance.
Genau aus diesem Grund haben konventionell angebaute Erzeugnisse nicht so viele Nährstoffe enthalten und deswegen wird uns oft eingeredet, dass Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile lebensnotwendig seien. Und nicht weil die Industrie dadurch ordentlich Geld macht. Das wär ja was! 😉
Aber auch die Lagerung, der Zeitpunkt der Ernte, Anbau und Klimaveränderungen wirken sich stark auf den Verlust der Nährstoffe aus.

 

 

Artenvielfalt
In den letzten 100 Jahren hat die Vielfalt der landwirtschaftlich genutzten Pflanzen um 75% abgenommen. Das liegt vor allem an der Industrialisierung, Öko-Felder sorgen hingegen für eine größere Fülle. Sie bieten einen idealen Lebensraum für Wildpflanzen oder Insekten. Der Anteil an Schädlingen ist dabei aber nicht größer, als der bei konventionellen Feldern. Selbst habe ich schon oft festgestellt, dass vor allem Bio-Bauern besonders auf eine Diversität achten. So findet man sogar in der Gemüse-Abteilung beim Hofer oft Karotten oder Tomaten-Raritäten von „Zurück vom Ursprung“. Ich liebe dieses Gemüse! Es sieht nicht nur wunderhübsch aus, sondern schmeckt auch noch klasse! Erst gestern habe ich sogar Topinambur aus Niederösterreich von „Zurück zum Ursprung“ gefunden. #happyme

 

 

 

Wir sind zu weit gegangen
Meiner Meinung nach sind wir Menschen mit unserem Drang nach Innovation weit über das Limit hinausgeschossen. Wir wussten einfach nicht wann es genug ist und während wir große Errungenschaften in der Medizin erlangten und durch unser Wissen über Hygiene Infektionen weitgehend in den Griff bekamen, entwickelten wir durch unsere moderne Landwirtschaft hunderte neue Erkrankungen. Es hat schon einen Sinn wieso ein Apfel so aufgebaut ist wie er aufgebaut ist, oder wieso sein Baum an einer gewissen Stelle wächst. Dieses Wunder der Natur kann man nicht innovativer oder effektiver machen. Das sieht man gut beim Thema Fruktose. Fruktose als isolierter Stoff ist extrem schädlich und kann Auslöser einer Fettleber sein während Fruktose in einer Frucht vom Körper gut aufgenommen werden kann. Wie gesagt, es hat einen Sinn wieso ein Apfel eine bestimmte Zusammensetzung von Vitaminen und Ballaststoffen hat.

 

 

Nun könnte man argumentieren, dass man durch die moderne Landwirtschaft die Menschenmassen, welche unsere Welt bevölkern nur so ernähren könnte. Aber das ist nicht ganz richtig. Es wird zum Beispiel jährlich Weizen für __ Milliarden Menschen produziert jedoch leben auf dieser Erde nur __ Milliarden und den Großteil erhält sowieso nur die westliche Welt von denen es mittlerweile mehr Übergewichtige als Normalgewichtige Menschen gibt. Die Menschen aus den Ländern in welchen dieses Weizen (oder Soja) produziert wird haben meistens nichts und aufgrund der Verwendung von Pestiziden der großen Konzerne haben sie nicht mal die Möglichkeit selbst Essen anzubauen. (Wer Interesse hat sollte sich unbedingt die Dokumentation Raising Resistance ansehen) Kein Wunder das viele Menschen aus solchen Ländern zu uns kommen in der Hoffnung auf ein besseres Leben, wenn wir ihnen alle Chancen wegnehmen etwas in ihrem Land aufzubauen. Deswegen: mehr biologische, einheimische Produkte kaufen und dabei nicht nur etwas für einen selbst sondern auch für eine bessere Welt tun!

 

 

Winterliches Ofengemüse
Zutaten
  • 200 g Karotten
  • 200g g Pastinaken
  • 2 Zwiebeln
  • 1/2 Hokkaido Kürbis
  • 200 g Kartoffeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • mediterrane Gewürze
  • Chili
  • Schimmelkäse
  • 1 Becher Hirse
  • 1/3 Becher gelbe Linsen
  • 1 Becher Joghurt
  • Knoblauch
  • Olivenöl
Zubereitung
  1. Kartoffeln kochen, währenddessen Gemüse schneiden und dann gemeinsam mit den Kartoffeln auf einem Blech ausbreiten. Nun mit Olivenöl und Gewürzen vermischen und anschließend wird noch Schimmelkäse darauf verteilt. Das Ganze kommt für 20 min in den Ofen.

  2. Nun kann man die Hirse gemeinsam mit den Linsen kochen und das Joghurt mit Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer mischen.