Ernährungsmythos Fett?

26. März 2017

Wenn man an eine bewusste und schlankmachende Ernährung denkt, was kommt einem da in den Sinn? Womöglich low-carb, wenig Süßes, viel Gemüse und low-fat. Fettreduzierte Produkte erfreuen sich größter Beliebtheit, immer wieder höre ich von figurbewussten Damen, dass sie ausschließlich Mager-Produkte konsumieren. Mir tut es dann immer Leid, dass ich diese „Blase platzen“ lassen muss, denn Mager-Produkte machen ganz und gar nicht schlank. Doch wie kam es eigentlich zu diesem „Mythos“? Dazu müssen wir zurück in die 50er Jahre gehen.

Als in den 50er Jahren immer mehr Menschen in Amerika an Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten, gerieten zwei Übeltäter in Verdacht: Zucker und Fett. Das Fett ging dabei, dank der Studie von Ancel Keys, als „Gewinner“ hervor. Vermutlich auch deswegen, weil sich Fett in Milchprodukten einfach reduzieren lässt und Milch, Joghurt und Co. nebenbei auch noch länger haltbar werden, während Zucker ein billiger, süchtigmachender Zusatzstoff ist. Das Ergebnis war – ganz einfach gesagt – Fett ist böse und Zucker ist gesund! Schließlich liefert er eine Menge an Energie!

Diese Werbungen aus den 50ern sind so verrückt, aus heutiger Sicht ist es unvorstellbar, dass jemand industriellen Zucker konsumiert, im Glauben er/sie werde dadurch gesund. Jedoch ist es heute genau das gleiche mit dem Fett. Tierische Fette sind in Verruf gekommen und es ist auch ganz klar warum. Durch die Massentierhaltung werden nurmehr minderwertige Produkte, welche voller Hormone und Antibiotika stecken produziert. Wenn’s den Tieren schlecht geht, geht’s uns auch schlecht. Wie soll eine eingepferchte Kuh, die nur mit Silage gefüttert wird, für welches ihr Magen überhaupt nicht gemacht ist, gute Milch produzieren? Es hört hier aber noch nicht auf, aber einen genaueren Bericht über Milch gibt es ja schon auf den Blog.

Mit Schrecken beobachte ich in so manchen größeren Bioladen (mein Lieblings-Bio-Laden in der Dornacher Straße,Linz ausgeschlossen ), dass pflanzliche Alternativen für Butter boomen. Ich denke, dass viele Menschen aus Gesundheits- und/oder Umweltbewusstsein dazu greifen, jedoch sind sie keines von beiden. Mit pflanzlichen Alternativen von Butter, spreche ich von gehärtetem Pflanzenölen, also Margarine, Palmöl oder der neueste Trend Chia-Kokosfett. Beim Härtungsprozess dieser Öle entsteht ein sehr schädliches Fett, welches so nicht in der Natur vorkommt: das Trans-Fett. Am Beispiel des CLAs kann man das sehr schön sehen. CLA, oder konjugierte Linolensäure kommen sowohl in industriellen wie auch in natürlichen Produkte vor. Sie unterscheiden sich jedoch stark. Die Ausgangssubstanz ist für beide die Linolsäure, im Pansen der Wiederkäuer entsteht durch Isomerase-Enzyme ein selektives Gemisch aus konjugierten Dienen. In der Industrie jedoch, erreicht man durch die Zugabe von Wasserstoff und Nickelkatalysat ein wildes Gemisch aus konjugierten und nicht konjugierten Dienen, welches vermutlich viel schädlicher als Ersteres ist.

 

 

Nun werden also munter pflanzliche Alternativen für Butter und Co gekauft, in der Hoffnung dadurch etwas für Herz und Figur zu tun. Jetzt hat man aber herausgefunden, dass sich in Milchprodukten das sogenannte CLA (Conjugated Linolenic Acid = Konjugierte Linolensäure) befindet, welches Fettzellen killt. Jap, richtig gehört, Sahne ist also kein Dickmacher wie gedacht, sondern das genaue Gegenteil. Natürlich heißt das jetzt nicht, dass man nun ohne schlechten Gewissen jeden Tag eine Sahnetorte verdrücken darf und dabei auch noch schlank wird, es geht ja schließlich immer um die Balance (und um die Qualität der Produkte – es ist wichtig sich immer über die Herkunft zu informieren, welche bei Bio-Produkten immer am Etikett steht. Man kann sich aber auch im Internet über die Marke/Firma informieren, dadurch geht man nicht nur sicher, dass es den Tieren gut geht, sondern auch, dass man sich selbst etwas gutes tut) . Man braucht also wirklich kein schlechtes Gewissen haben, wenn man mal Spaghetti Carbonara oder einen leckeren zuckerfreien Kuchen mit etwas Schlagobers verdrückt.

 

 

Und was macht die Industrie mit dem Wissen über dieses Wundermittel? Dass CLA sich supergut verkaufen lassen würde, weiß auch die Industrie und genau deshalb befindet sich gerade ein schlankmachender CLA-Kaugummi in der Entwicklung. Auf dem Sofa Kaugummi kauen und dabei noch abnehmen hört sich ja ziemlich klasse an. Klüger wäre es aber, die Ernährung ganz umzustellen und dabei auch noch hin und wieder schmackhafte Produkte wie Sahne und Joghurt mit hohen Fettanteil konsumieren zu können.
Ob es der Kaugummi jemals zu einer Zulassung schafft? Hoffentlich nicht.

 

 

Ganz zum Schluss gibt’s noch ein leckeres Rezept, passend zum Thema.

Zuckerfreie Schokotorte mit Maronencreme
Gang: Dessert
Zutaten
  • 150 g Mehl
  • 60 g Kakao
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 130 g Kokosblütenzucker (wers süßer mag nimmt 250g)
  • 4 Eier
  • 120 g Butter
Maronencreme
  • 1 Becher Schlagobers
  • 150 g Maronenpüree
  • Honig
Zubereitung
  1.  Ofen auf 175 Grad Celsius vorheizen.

  2. Mehl, Kakao, Salz und Backpulver vermengen.

  3. Butter mit Kokosblütenzucker cremig rühren und dann die Eier darunter schlagen.

  4. Nun werden die trockenen Zutaten zu den flüssigen dazu gerührt bis ein Teig entsteht.

  5. Den Teig in eine Form gießen und 30-40 min lang backen. 

  6. Schlagobers steif schlagen und anschließend Maronenpüree und Honig untermengen.

 

 

 

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