Wieso ich keinen Zucker mehr esse + Schokoriegel Rezept

29. August 2016

Zucker ist eines der gefährlichsten Lebensmittel unserer Zeit. Wenn man sich einige Zeit mit dem Thema gesunde Ernährung auseinandersetzt, erkennt man die Ausmaße relativ schnell. Wir alle essen nämlich täglich viel zu viel raffinierten, künstlich zugesetzten Haushaltszucker und dabei rede ich nicht nur von dem in Desserts und Süßigkeiten.

Letzten Sonntag hab ich mir die Doku „That Sugar Film“ (Voll verzuckert) angesehen. Es geht um einen Australier, der sich seit drei Jahren völlig ohne weißen, raffinierten Zucker ernährt. Um auf die Gefahr des kristallinen Giftes aufmerksam zu machen, nahm er 30 Tage lang 40 Teelöffel Zucker zu sich. Dabei aß er aber kein Fast Food, sondern ernährte sich „gesund“, also was der normale Durchschnittsbürger für gesund hält. Das hieß zum Frühstück Müsli mit Magerjoghurt (wer wissen will wieso Magerprodukte so ungesund sind sollte hier vorbeischauen), helle Spaghetti mit fertiger Tomatensauce zu Mittag und dann noch Fruchtsmoothies zum Abendessen. Dabei machte er aber jeden Tag viel Sport. Nach diesen 30 Tagen nahm er 6 kg zu und bekam eine Fettleber. Ziemlich schockierend, oder?

 

 

Ich achte schon seit 3 Jahren darauf möglichst wenig Zucker zu mir zu nehmen und reduzierte deswegen meinen übermäßigen Süßigkeiten-Konsum extrem – strich ihn aber nie ganz. Von den radikalen Zuckerentzügen hatte ich schon öfters gehört und wollte das auch unbedingt mal probieren, aber bei einen 40h Job, bei dem das schönste am Tag ein kleiner Bio-Schokoriegel von Alnatura war oder wir Freitagnachmittags eine Kuchenparty mit dem Trinkgeld schmissen, fiel mir das immer etwas schwer. Jetzt arbeite ich aber nicht mehr, sondern freue mich auf mein Ernährungswissenschaften Studium, das heißt: es gibt ab jetzt keine Ausreden mehr!
Anfangs sollte das Ganze ja nur eine 30-day-Challenge für mich werden, aber nachdem ich mich momentan so gut fühle wie noch nie werde ich meine zuckerfreien Lebensstil definitiv noch länger aufrecht erhalten.

So, also was hat sich in den drei Wochen alles so geändert bei mir? Tja, so einiges! Der Hauptgrund wieso ich mir den August für diese Challenge ausgesucht hätte, war dass ich in diesem Monat viel für meine LAP lernen muss, und da man sich ohne Zucker anscheinend besser konzentrieren kann, schien mir das der perfekte Zeitpunkt zu sein. Seit Monaten kämpfte ich mit ständigem Schwindel und Konzentrationsstörungen (ich war schon bei einer Neurologin und es ist nichts ernsthaftes). Diese nervigen Erscheinungen sind jetzt weg und das ist einfach eine mega Erleichterung sag ich euch! Weiters ist meine Taillie viel schlanker geworden und das innerhalb von zwei Wochen, bitte!
Der Grund für diese rapide Gewichtsabnahme ist wahrscheinlich auch, dass ich seit dieser Ernährungsumstellung nicht mehr so großen Hunger habe bzw. schneller satt werde. Einer der vielen Nebenwirkungen von Zucker ist nämlich dass er das Sättigungshormon Leptin ausschaltet, dass uns normalerweise sagt wann wir genug hatten. Bei mir ist dieses Hormon nun wieder aktiv, da ich momentan nur so viel esse wie ich wirklich brauche. Das führt wiederum dazu, dass ich viel aktiver und fitter bin, da ich meinen Körper nicht mit übermäßig viel Essen belaste. Außerdem habe ich keine Heißhungerattacken mehr, früher wurde ich oft nervös wenn ich keine Schoki zu Hause hatt und fuhr dann extra noch zum Supermarkt im mir eine zu holen. Dieses Gefühl kenne ich mittlerweile gar nicht mehr und auch an Eisständen und Mamas oder Omas Kuchen gehe ich einfach vorbei. Für Familienfeiern kann ich nur den Tipp geben euch eventuell selbst ein Dessert mitzunehmen (z.b. eine zuckerfreie Schoki) , damit man den anderen nicht zu schauen muss.
Ein weiterer Punkt der mich ziemlich happy macht: ENDLICH ist meine Akne schwächer geworden! Ich hab zwar noch ein paar kleine Wimmerl, die lassen sich aber Gott sei dank nicht mehr ausdrücken und -kratzen. Mal schauen was sich da in den nächsten Wochen noch so tut!
Außerdem steht „That time of the month“ vor der Türe. Normalerweise hatte ich ca. 2 Wochen davor immer extremen Heißhunger auf Süßigkeiten, die ich mir sonst auch immer erlaubte. Das war dann sozusagen meien Cheat-Woche. Momentan spüre ich aber nichts davon, hab auch keine Schmerzen, keinen aufgeblähten Bauch und wie schon gesagt bessere Haut (normalerweise hat meine Akne davor immer angefangen zu sprießen).
(Edit: Mittlerweile ist es soweit mit „That time of the month“ und leider ist davor wieder die Akne zurück gekommen, aber viel, viel abgeschwächter als sonst! Außerdem hat sich die „Rote Baronin“ sehr pünktlich gemeldet, was normalerweise sehr untypisch ist für mich, ob das etwas mit dem Zucker zu tun hat?)

 

 

Was heißt zuckerfrei leben eigentlich und auf was verzichte ich?
Wenn ich so allgemein von Zucker spreche, meine ich weißen raffinierten Zucker, Rohrzucker, Rohrohrzucker, braunen Zucker und Glukosesirup (oder Golden Sirup). Ich verzichte also auf künstlich zugesetzten Zucker, der oft nichts mit dem Produkt zu tun hat. Ich verzichte auf so manches Brot, Dosen, Magerprodukte, Fruchtjoghurts, Müsli, weißes Mehl, Fruchtsmoothies und natürlich auf Süßigkeiten die Zucker enthalten.

Welche Süßungs-Alternativen verwende ich?
Gott sei dank gibt es ja einige Zuckeralternativen. Dabei verwen

de ich am liebsten Kokosnussblütenzucker und Reissirup, da ersteres weniger und zweiteres so gut wie keine Fruktose enthält. Von Agavensirup rate ich stark, da es 90% Fruktose enthält und somit sogar noch giftiger ist als Zucker!

Wieso ist Fruktose so schädlich? Darf ich jetzt kein Obst mehr essen?
Die Fruktose ist den meisten wahrscheinlich als Fruchtzucker bekannt, klingt ja eigentlich ziemlich harmlos. In Form von ganzen Früchten ist sie ja auch nicht schädlich, denn wenn man mal genau überlegt, wer sich vornimmt vier Äpfel zu essen, schafft vielleicht zwei davon, bei den anderen beiden wird es dann schon etwas schwerer. Das liegt daran, dass Obst viele Ballasstoffe enthält. Ballasstoffe sind unverdauliche Stoffe, die den Darm dehnen und somit für eine gute Peristaltik sorgen. Wenn wir ein Burgerbrot essen hat das zum Beispiel so gut wie gar keine Ballasstoffe, dass heißt der Körper kann alles super schnell resorbieren und auch die gesamte enthaltene Fruktose auf einmal aufnehmen. Das belastet den Körper sehr, da das Insulin nur auf Glukose anspricht und der Körper mit so viel Fruktose nichts anfangen kann. Aber lasst uns wieder zum ballaststoffreichen Obst kommen: denn durch die unverdaulichen Stoffe wird die Aufnahme der Fruktose extrem verlangsamt, d.h. es wird immer nur ein bisschen davon resorbiert. Deswegen ist Obst, neben den vielen Vitaminen nicht schlecht für uns.
Bei Fruchtsäften gibt es diesen „Schutzmechanismus“ nicht mehr, da die Ballaststoffe nicht mehr enthalten sind. Nun liegt die Fruktose in einer isolierten Form vor. Wenn nun so hohe Mengen an Fruktose in unseren Körper kommen, dann ist unser Körper ziemlich überfordert, da er sie nur schwer ins Blut aufnehmen kann. Die Fruktose landet im Dickdarm und einige unserer kleinen Bakterien Freunde feiern daraufhin gleich eine wilde Party. (a.k.a Durchfall, Blähungen)
Weiters wird Fruktose in der Leber zu Fett umgewandelt und gelangt dadurch in den Blutkreislauf, kann Diabetes und das Leaky-Gut-Syndrom auslösen und blockiert sogar, wie bereits erwähnt, das Sättigungsgefühl.
Deswegen ist es klüger, statt zu Fruchtsäften und -smoothies zu Gemüsesäften zu greifen, die enthalten nämlich so gut wie gar keinen Zucker und wenn man etwas Rote Beete dazu mixt, sieht das Ganze nicht nur sehr hübsch aus, sondern schmeckt auch gleich viel besser und süßlicher. (Wobei Datteln sich natürlich auch super eignen)

 

 

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt auf ein zuckerfreies Leben, dann kann ich euch nur empfehlen: geht das Ganze langsam an um auch langfristig auf Zucker verzichten zu können! Wenn es doch mal passiert und man etwas Zucker zu sich nimmt ist das nicht schlimm! Einfach weiter machen! Zucker ist in so vielen Produkten enthalten, da kann man ihn schnell übersehen.
Und wer sagt, er kann sich ein Leben ohne Zucker nicht vorstellen, dann ist das auch völlig okay. Außerdem macht es schon ein großen Unterschied, wenn man den Konsum zumindest mal reduziert und z.B. keine Tomatensaucen mit Zucker mehr kauft. Und wer weiß, vielleicht bekommt ihr dann auch, so wie ich, nach einigen Jahren auch mal Lust völlig darauf zu verzichten.

 

Zuckerfreie Schokoriegel

Und da zuckerfrei Schokolade leider sehr teuer sein kann, hab ich euch hier ein kleines, einfaches Rezept kreirt! 

Zutaten
Füllung
  • 1/4 Becher Kokosraspeln
  • 1/2 cremige Kokosmilch
  • 4 TL Kokosöl
  • 1/2 gepoppter Quinoa
  • 2-3 TL Kakaopulver
Schokoglasur
  • 1 handvoll Kakaobutter
  • 3 TL Kakaopulver
  • Honig/Reissirup (ich habe Löwenzahnhonig verwendet)
Zubereitung
  1. Kokosraspeln und Datteln mixen, dann mit den restlichen Zutaten zusammenmischen und in einer Form flachdrücken. 

  2. Als nächstes kommt das Ganze dann für ca. 10 min in den Gefrierschrank. Währenddessen schmilzt man die Kakaobutter im Wasserbad und fügt anschließend die Kakaobutter und den Honig hinzu und rührt die Zutaten gut ein.

  3. Bevor man die Glasur über die Füllung gießt, wird die Gefrorene Füllung vorher noch in Riegel geschnitten und mit kleinen Abständen, wieder in Form gesetzt. ( diesen Schritt kann man aber auch einfach überspringen)

  4. Zum Schluss wird die Glasur darüber gegossen und die Riegel kommen dann wieder in den Gefrierschrank bis sie fest sind. Zum Schluss werden sie dann (wieder) in Riegel oder Pralinen geschnitten. 

 

 

 

 

 

 

 

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