Heimische Superfoods im März

27. März 2016

Schon als kleines Kind habe ich mich immer riesig auf den Frühling gefreut. Sobald die ersten Pflanzen zu sprießen beginnen, streife ich schon durch den Wald, um Himmelschlüssel, Hänsel & Gretel oder Bärlauch zu suchen. Seit jeher waren Pflanzen meine große Leidenschaft, ich liebte es bereits in meiner Kindheit Bestimmungsbücher zu lesen und war immer total happy wenn ich eine Blume aus meinen Büchern gefunden habe, dann musste mein Papa gleich ein Foto davon machen ;P.

 

 

 

Je älter ich jedoch wurde, desto weniger interessierten mich die Pflanzen. Ausgehen und mein Twilight-Fan-Blog (gibt’s „leider“ nicht mehr) wurden erst mal wichtiger. Als ich dann anfing in der Apotheke zu arbeiten, lernte ich über die Heilkräfte der Pflanzen und ich wurde erneut in ihren Bann gezogen. Diesen Frühling widmete ich mich gleich wieder meiner geliebten Blumen-und-Bärlauch-Pflück-Tour und ich muss euch sagen, dass mir der Ausflug, dieses Glück erneut erleben ließ.

 

 

 

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In den letzten Jahren konnte ich beobachten, wie sogenannte „Superfoods“ immer mehr an Popularität gewinnen. Es sind Dinge wie Acai, Spirulina oder Chlorella die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Meistens werden sie als Pulver verkauft, und sollen mit ihrem hohen Nährstoffgehalt unter anderem Smoothies aufpeppen. Auch ich habe einige dieser Pülverchen zu Hause stehen, wobei ich diesen Trend mittlerweile eher bedenklich finde. Es stellt sich mir die Frage ob es wirklich sinnvoll ist, Beeren aus Brasilien hier her zu schiffen. Und ist der Vitamingehalt eines Pulvers, das aus solchen Beeren besteht, denn wirklich so viel höher, als der von aktuell wachsenden Früchten und Gräsern? Müssen diese Superfoods stets von anderen, vor allem exotischen Ländern kommen? Gibt es denn nichts heimisches, mit den selben Inhaltsstoffen? Die Antwort ist ja, es gibt genug von ihnen und sie wachsen direkt vor unserer Haustüre.

Deshalb möchte ich dieses Jahr versuchen, mich möglichst saisonal und regional zu ernähren. Nicht nur, weil es gut für unsere Umwelt ist und ich unsere Bauern unterstützen möchte, sondern auch weil regionales viel mehr Vitamine enthält.

Am gesündesten sind, laut Hildegard von Bingen, wild wachsende Pflanzen, deswegen möchte ich diese auch mehr in meine Ernährung einbinden. Daher werdet ihr ab jetzt jedes Monat einen Beitrag auf meinem Blog finden wo ich euch die leckersten Pflanzen des Monats mit tollen Rezepten vorstellen werde.

 

 

 

 

So, without further ado, beginnen wir mit den Pflanzen des Monats März! Let’s jump right in!

 

Bärlauch:

 

Den Bärlauch kennen ja hoffentlich die meisten von euch. Bärlauch ist die Pflanze die dafür verantwortlich ist, dass es im Frühling in manchen Wäldern so köstlich nach Knoblauch duftet. Man findet sie vor allem in Mischwäldern in der Nähe von Gewässern.

Das Power-Kraut ist reich an Vitamin C, Eisen (perfekt für Vegetarier und Veganer), Magnesium und Allicin (Keimkiller). Weiters steckt im Bärlauch viel vom grünen Farbstoff Chlorophyll, welcher dem Hämoglobin ähnelt und somit für einen optimalen Transport von Sauerstoff im Blut sorgt.

Die Blätter halten ca. 2-3 Tage, etwas länger wenn man sie in ein feuchtes Geschirrtuch wickelt. Einfrieren ist auch möglich, jedoch geht dabei viel vom Geschmack verloren. Am besten ist es, man legt sie in Olivenöl, z.B. als Pesto, ein oder man isst sie roh auf dem Butterbrot, in Salaten, Dips oder sogar in Smoothies.

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Oft wird Bärlauch mit Maiglöckchen verwechselt.

 

Lungenkraut:

 

Wusstet ihr, dass Hänsel&Gretel das Lungenkraut ist? Ich bis vor Kurzem nicht. Lungenkraut wird in der Phytotherapie hoch geschätzt, da es gut für die Lunge ist, duh! Surprise, Surprise! Lungenkraut enthält weiters viel Kieselsäure, Flavanoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Allatoin, Vitamin C und Saponine. (Was diese Inhaltstoffe alles können, erkläre ich euch am Ende des Blogposts) Verwenden kann man das Kraut in Suppen, Salaten, Smoothies oder als Spinat und Pflanzenchips.

Waldschlüsselblume:

 

Schlüsselblumen sind nicht nur hübsch, sondern können auch die ein oder andere Erkältung heilen, da sie durch die enthaltenen Schleimstoffe bei festsitzendem Husten auswurffördernd wirken. Vorsicht ist bei getrockneten Blüten geboten, da beim Prozess des Trocknens aus den Phenylglykosiden Salicylsäure entsteht, welche wiederum in synthetischer Form im Aspirin enthalten ist, was bei Kopfschmerzen toll hilft, für Menschen mit Magen-Problemen aber weniger ideal ist, da sie die Magenschleimhaut angreift.

Die hübschen, gelben Blümchen können außerdem noch jeden Smoothie oder Salat mit dem in ihnen enthaltenen Flavanoiden, Saponinen, Gerbstoffen, Mineralstoffen und Kieselsäure aufpeppen.

So, und zum Schluss erkläre ich euch noch die vorkommenden Pflanzeninhaltstoffe.

Flavanoide: Flavanoide sind gelbe Pflanzenfarbstoffe,  sie haben eine gefäßschützende und ödemvorbeugende Wirkung und sind gut für das Herz-Kreislauf-System. Sie werden als Spasmolytika und Lebertherapeutika eingesetzt und hemmen noch dazu über 30 Enzyme im Körper, was für die entzündungshemmende Wirkung der Flavanoide verantwortlich ist.

Gerbstoffe: Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend, antibakteriell, antioxidativ und neutralisieren Giftstoffe im Körper. Überdosieren sollte man sie auf keinen Fall, da es sonst zu Reizungen der Magenschleimhaut kommen kann und bei einer hohen Resorption sogar zu Leberschäden.

Schleimstoffe: Schleimstoffe sind in den Pflanzen für das einspeichern von Wasser verantwortlich. Im menschlichen Körper eignen sie sich besonders gut zur Beruhigung von Entzündungen des Hals und Rachenraums oder auch bei Gastritis, da sie diese mit einer schützenden Schicht auskleiden. Bei Schleimstoffen sollte man immer darauf achten, sie mit genug Wasser einzunehmen, da sie viel Wasser aufnehmen und zu einem Vielfachen ihres Volumens anquellen können. Das ist auch der Grund, weshalb sie sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung helfen.

Saponine: Saponine sind, wie der Name vielleicht schon verrät, seifenähnliche Substanzen. Man kann sich die Wirkung der Saponine ganz einfach merken, jeder kennt doch, wenn man ein Glas randvoll füllt, bildet sich ganz oben so eine Art „Kuppel“ , was an der Oberflächenspannung liegt. Wenn man nun Seife darauf träufelt, „zerreißt“ diese Spannung und das Wasser fließt ab. Das selbe könnt ihr euch nun mit verschleimten Bronchien und Saponinen vorstellen, sie verflüssigen also zähen Schleim.

Kieselsäure: Kieselsäure stärkt die Lungenschleimhäute, und werden bei Entzündungen im Mund- und Halsbereich verwendet. Weiters dienen sie zur Stärkung von gespaltenen Haaren und brüchigen Nägeln.

 

Vogerlsalat mir Bärlauch, Lungenkraut, Schlüsselblumen und Erdbirnen
Gang: Salad
Zutaten
  • Vogerlsalat
  • Bärlauch
  • Erdbirnen (Topinambur - gibt's beim Hofer)
  • Lungenkraut
  • Schlüsselblumen
  • Sprossenmix ( z.B. Weizen, rote Linsen und Mungobohnen)
  • Olivenöl
  • Honig
  • Salz
Zubereitung
  1. Einfach alles gründlich waschen, in Scheiben schneiden und in einer Schüssel vermischen und fertig ist der Superfoodsalat der auch wirklich voller Vitamine steckt!

 

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